Dienstag, 8. Oktober 2013

Die Sache mit der Melone....oder der Geburtsbericht...

Erfahrung mit Melonen hatte ich ja hier bereits....aber diese Erfahrung hier war eine völlig neue und ich entschuldige mich für die Wortwahl......

Als meine Freundin im vergangenen Jahr Ihren Sohnemann auf die Welt brachte, fragte ich: "Und, wie ist das so, ein Kind zu kriegen?" Ihre Antwort war die bisher einzige, unter der ich mir wirklich etwas vorstellen konnte. Sie sagte: "Als würde man versuchen, eine Melone zu kacken".Treffender könnte ich es nach eigener Erfahrung nicht formulieren.

Ein Geburtsbericht also. Ok.
Ausgerechnet war das Chaos- Mädchen für den 26.09.2013. Wir aber dachten, sie hat die Gemütlichkeit Ihres Vaters und lässt sich noch ein wenig Zeit. Außerdem hatte die Schwangerschaft ja gerade erst begonnen. Irgendwie. Und ich gehörte auch noch nicht zu den jammernden "Dickbäuchigen", die nur noch das Ende herbeisehnen.

Senkwehen oder größere Schmerzen hatte ich nie gehabt....und daher auch so gar keine Ahnung, was mich erwartet.

Am Mittwoch, den Tag vor dem ET, hatte ich tagsüber Unterleibschmerzen. Fühlte sich an wie Periodenschmerzen. Also nichts, womit man nicht leben konnte. Ich schwang mich den ganzen Tag hinter die Nähmaschine und ignorierte es mehr oder weniger. Waren das doch bestimmt die Senkwehen von denen alle sprachen, die mich jetzt noch Tage quälen würden, bis es soweit war....
Zum Spätnachmittag/ Abend wurden die Schmerzen ein wenig stärker. Aber: kein Grund zu Sorge oder Panik. War das alles ja noch sehr harmlos.....der Chaos- Mann brach zum wöchentlichen Sport auf.....

Als der Chaos- Mann gegen 20.30/21.00 Uhr nach Hause kam ging es mir schlechter. Aber: keine Panik. Eine Freundin hatte Unterleibschmerzen über Wochen.  Es geht also noch nicht los.Trotzdem hatte ich den Chaos- Mann gebeten, vom goldenen M eine Stärkung mitzubringen....wer weiß, würde man sie brauchen.... Das im Wohnzimmer aufgebaute Nähstüblein hatte ich nachmittags weggeräumt....und (obwohl es ja noch nicht losging) gesagt: "Ich glaube nicht, dass hier in den nächsten Tagen genäht wird." So ein Bauchgefühl ist schon was Feines!

Gegen 22.00 Uhr waren die Schmerzen deutlich schlimmer. Aber: Das sind bestimmt noch keine Wehen. Müssten diese doch NOCH viel schlimmer sein. Und eine überflüssige Fahrt ins Krankenhaus musste jetzt auch nicht sein. Also beschloss ich, mich schlafen zu legen. Tolle Idee! :-) Konnte ich ja kaum noch stehen, sitzen oder liegen. Aber: Schlaf ist die beste Medizin und danach sieht das alles schon wieder ganz anders aus. Dachte ich.

Tat es auch. Denn der Schlafversuch dauerte genau 30 Minuten. Dann hing ich im Türrahmen und erklärte dem Chaos- Mann, dass ich lieber bei ihm auf dem Sofa wäre als alleine.....dass ich auch nicht wisse, was das nun ist.....mir war auf einmal auch total schlecht...schlecht vor Schmerzen...hmmm....ich musste mich mehrfach übergeben.....

Während ich also eine Weile im Bad verbrachte, befragte der Chaos- Mann Dr. Google. Der wusste alles! Als ich aus dem Bad herauskam sagte er "Hase, ich glaub, et jeht los" :-) Also: Stoppen der Wehen...nur, um sicher zu gehen, dass es auch WIRKLICH welche waren... Abstand: 2,5 Minuten. Hä? Sollte man nicht bei 5 Minuten Abstand losfahren?...Sind wohl doch keine Wehen...War doch mein Plan, dass die Wehen mit ca. 20 Minuten Abstand beginnen, ich meine Krankenhaustasche noch komplettieren und ein Bad nehmen kann.

Die Krankenhaustasche blieb wie sie war, die Badewanne leer. Da hätte mich weder jemand rein, noch wieder raus bekommen. Bei einem Wehenabstand von 5 Minuten sollte man losfahren, meine kamen deutlich schneller...trotzdem war ich nicht sicher, ob man uns im Krankenhaus nicht doch nach Hause schickte. 10 Minuten später entschied der Chaos- Mann: Wir fahren jetzt! Ich konnte nicht mehr sprechen vor Schmerzen...und wenn ich eins immer kann, dann das! :-) Ich war auch immer der Meinung, meine Krankenhaustasche selber zum Auto zu tragen....Pustekuchen. Das Einzige, was ich irgendwie zum Auto schaffen musste war ich selbst. Vor der Haustüre nochmal schnell das "Möwe- Menü" durch den Kopf gehen lassen während der Herr Taschen verstaute und sein Auto mit Müllsack und Handtuch für meinen Transport "sicherte". Große Scheisse ging es mir schlecht! Während ich der Meinung war, das Krankenhaus gar nicht rechtzeitig zu erreichen, redete der Chaos- Mann mir gut zu ...

Wir schafften es (00.30 Uhr). Netterweise stellte der Chaos- Mann mich sogar noch vor die Wahl: Treppe oder Aufzug! Seeeehr witzig! :-) Wir schafften (mit dem Fahrstuhl!!) den Weg zum Kreißsaal und wurden von einem bekannten Gesicht begrüßt. Die Hebamme meines Gymnastikkurses.

Es folgte eine ärztliche Untersuchung. Der Muttermund war 4 cm geöffnet. Ok, man schickte mich immerhin nicht wieder nach Hause :-) Ich wurde ans CTG angeschlossen...die mir angebotene PDA lehnte ich ab.....und änderte gefühlte zwei Minuten später meine Meinung. Es war eine Erlösung. Die PDA nahm zunächst den Wehenschmerz und gab mir Zeit, Kraft zu sammeln. Der Chaos- Mann und ich konnten auf dem großen Bett ein wenig Dösen....und warteten. Während der Chaos- Mann die Autobild las (wie hat man dafür noch Nerven??) bekam ich langsam "Muffensausen".... Wir lagen dort eine ganze Weile....leider war in den Kreißsälen so viel los, dass Hebamme und Ärztin nicht wirklich viel Zeit bei uns verbrachten. Wir fühlten uns aber dennoch sehr gut versorgt!


Gegen 6 Uhr war der Muttermund bereits komplett geöffnet und es gab Schichtwechsel. Mein großes Glück! Denn die "neue" Hebamme stellte fest, dass meine gefüllte Blase kontraproduktiv war und später auch, dass das Chaos- Mädchen zwar nach unten drückt, den Kopf allerdings nicht richtig drehte....

Nach einer Weile kam die Hebamme und bereitete mich behutsam darauf vor, dass die Kleine noch 1,5 Stunden Zeit hat, den Kopf zu drehen und ansonsten ein Kaiserschnitt gemacht werden muss. Ich nahm es tapfer auf.....und brach in Tränen aus, nachdem die Hebamme den Raum verlassen hatte. Das war genau das, was ich auf gar keinen Fall wollte...stundenlang in den Wehen liegen, um dann einen Kaiserschnitt zu bekommen. Man bettete mich um, verdrehte meinen Körper in eine brutale Form der stabilen Seitenlage und erklärte mir, dass eine geringe Möglichkeit besteht, durch die Änderung der Lage und ein Beckenkippen, das Chaos- Mädchen umzustimmen. Ich tat so ziemlich alles, was ging und begann irendwann, mit dem Chaos- Mädchen zu schimpfen. So richtig.

Was auch immer es nun war....das Chaos- Mädchen drehte sich....:-) Uff! Als die Hebamme also 10 Minuten nachdem Sie uns über den möglichen Kaiserschnitt informierte wieder in den Raum kam und auf einmal nach Geburtshelfer und Geburtsbesteck verlangte waren der Chaos- Mann und ich total verwirrt. Irgendwie hatten wir kaum noch damit gerechnet....ich meine, nicht dass man sich monatelang darauf vorbereitet hätte...und nicht, dass man schon seit Stunden im Kreißsaal lag und wusste, dass man ein Kind kriegen würde....aber es blieb bis zum Schluss, ja eigentlich bis heute, völlig unwirklich.

Die PDA legte übrigens nicht komplett meine Beine lahm, und nahm auch nicht den ganzen  Schmerz. Den Druck, den die Kleine nach unten ausübte spürte ich sehr deutlich und schmerzhaft war er auch. Aber nichts im Vergleich zu den Wehen vorher. Am Ende bin ich froh, dass ich noch gespürt habe, was passiert, um aktiv mitzuhelfen. 

Unsere Melone  Chaos- Mädchen erblickte nach 8 Minuten Presswehen 08.46 Uhr das Licht der Welt! Leute, ich sage Euch, ich hatte so wenig Bock auf einen Kaiserschnitt, dass ich um mein Leben presste. In jeder anderen Lebenslage wäre ich wohl erstickt....es ist erstaunlich, was für Kräfte man freisetzen kann....die Hebamme hatte wohl SO SCHNELL auch nicht damit gerechnet.....



Und dann, ja dann war sie da. Unsere kleine Melone. Das Chaos- Mädchen! Sie wurde direkt auf meinen Bauch/ meine Brust gelegt und wir durften gemeinsam mit dem Chaos- Mann mindestens eine Stunde unser neues Familienglück in vollen Zügen genießen!

Das Gefühl war so unbeschreiblich, überwältigend, erleichternd, verzaubernd...dass ich einige Tränchen vergoß! Es bleibt ein Wunder, was wirklich nur schwer in Worte zu fassen ist. Wer auch immer Fragen hat.....einfach Fragen, ich beantworte sie gern!

Herzlich Willkommen unser Chaos- Mädchen TILDA! Wir freuen uns immer noch soooo sehr, dass Du bei uns bist! :-)

Eure Chaos & Queen


Donnerstag, 3. Oktober 2013

1 Woche Babyglück

  Eine Wochen Baby sein: 
Lieblingsbeschäftigung: Schlafen und viel Trinken....
Das ist neu: Alles!....aber vor allem: Zuhause!
Das mag ich gar nicht: die erste Nacht im neuen Heim!

Eine Woche Eltern sein: 
Neue Erkenntnisse:  Schlafmangel ist eine Folter....an die man sich schnell gewöhnen kann! :-) Hormone müssen manchmal einfach machen was sie wollen....
Schreckmoment:-
Dafür fehlt die Zeit: eigentlich haben wir alles ganz gut im Griff....
Der glücklichste Moment: die Tatsache, dass die Geburt überstanden ist.....und der erste Blick auf unser Chaos- Mädchen.
Streit über: -
Nächte/Schlaf: Die ersten Nächte waren alle schlaflos. Am schlimmsten aber war die erste Nacht zu Hause.....jetzt (Nacht 2 und 3) läuft es viiieeel besser!
Darauf freuen wir uns: Auf jeden Moment mit dem Chaos Mädchen....
Das macht Mama glücklich: sich neu in Papa verliebt zu haben....ein gesundes Baby zu haben und die Tatsache, dass sich alles richtig anfühlt...!
Das macht Papa glücklich: Jede Kuschelminute mit seiner Tochter! Er gibt sie sogar nachts nicht freiwillig her :-)

Danke Euch allen für die Glückwünsche!! Wenn Interesse am Geburtsbericht besteht, kommt dieser auch ganz bald!

Und jetzt: weiterkuscheln!

Eure Chaos & Queen